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Blutegeltherapie

Geschichte

Die Blutegeltherapie ist eine sehr alte Therapieform. Erste Hinweise auf den Einsatz von Blutegeln gehen auf 3.300 v. Chr. zurück. Umfangreichere Überlieferungen stammen aus Indien um 600-100 v. Chr. In Europa ist die Blutegeltherapie seit der Antike bekannt und war insbesondere Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Mode. Bei wahren Blutegelexzessen wurden bis zu 100 Tiere am Patienten angesetzt – zum Schaden sowohl der Patienten als auch der Tiere, deren Bestand in Deutschland, Frankreich und England dann stark dezimiert wurde.

Das Bild über die Entstehung von Krankheiten und Schmerzen war damals ein ganz anderes als heute. Man ging davon aus, dass der Egel vor allem die krankmachenden „schlechten Säfte“ aus dem Körper entfernen würde und somit für sehr schwere Krankheiten auch sehr viele Egel notwendig seien.

Heute weiß man, dass die Heilwirkung der Blutegel nicht maßgeblich von der entzogenen Blutmenge abhängt (dafür gäbe es effizientere Möglichkeiten), sondern von den Substanzen, die der Egel während des Saugvorgangs in das umliegende Gewebe abgibt. Von den über hundert Stoffen des Sekrekts sind allerdings nur die wenigsten erforscht. Ihre Wirkung kann aber eindeutig nachgewiesen werden.

Indikationen

  • Akute und chronische Gelenkschmerzen
  • Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Rückenschmerzen
  • Krampfadern, Besenreißer, Unterschenkelgeschwüre
  • Bluthochdruck (begleitende Therapie)
  • Furunkel, Karbunkel, Abszesse
  • Durchblutungsstörungen z.Bsp nach Haut- und Gewebetransplantationen

Wirkung

  1. Schmerzstillend: das ist oft ziemlich schnell nach der Behandlung wahrnehmbar, in selteneren Fällen aber auch erst einige Tage später. Die Verbesserung hält vielfach über Monate an.
  2. Entzündungshemmend: Entzündungen heilen schneller.
  3. Blutverdünnend und den Lymphstrom beschleunigend: Diese Eigenschaften nutzt man, um stagnierende Prozesse in Bewegung zu bringen und damit die Heilung voranzutreiben.

Die Blutegeltherapie kann ein Gelenk zwar nicht erneuern, aber sie trägt wesentlich zur Verbesserung der Versorgung von Knorpeln und Knochen bei, erhöht die Beweglichkeit und mindert Schmerzen.

Ablauf der Blutegeltherapie

Vor der ersten Behandlung führe ich ein etwa halbstündiges Vorgespräch mit Ihnen. Es dient der Anamnese, vor allem der Klärung von eventuellen Kontraindikationen und Risiken. Außerdem erkläre ich Ihnen den genauen Ablauf der Blutegelbehandlung, was zu beachten und zu bedenken ist. Und es gibt natürlich auch die Gelegenheit, Fragen zu stellen und eventuelle Ängste zu äußern und zu besprechen. Schließlich lässt sich nicht jeder gerne oder angstfrei von kleinen Tierchen beißen.

Die Dauer einer Blutegelbehandlung beträgt ca. 2-2,5 Stunden. Ich setze die Blutegel einzeln an von mit ausgewählte Stellen. Nach ein bis zwei Stunden sind die Tiere meistens satt und fallen ab oder können abgenommen werden. Danach lässt man die Bissstellen noch einige Minuten offen nachbluten und verbindet anschließend die Wunden mit einem lockeren Verband, damit das Blut weiter ungehindert fließen kann.

Pro Behandlung werden 2-8 Blutegel angesetzt. Das erste Anbeißen der Tiere wird oft als etwas schmerzhaft wahrgenommen, dies lässt aber nach wenigen Minuten nach.

Die von mir verwendeten Egel kommen aus der Biebertaler Blutegelzucht in Hessen. Ein sehr naturnaher, tierfreundlicher Betrieb der trotzdem höchsten Ansprüchen an Hygiene und Arzneimittelsicherheit genügt. 

Und was passiert mit den Egeln nach ihrem Einsatz am Menschen?

Da jeder Blutegel nur einmal am Menschen angesetzt werden darf, ist der übliche Weg die satten Blutegel anschließend zu töten. Aber glücklicherweise gibt es die Möglichkeit, „benutzte“ Egel zurück nach Biebertal zu schicken, wo sie in einem extra für sie geschaffenen, und besonders geschützten „Rentnersee“ ausgesetzt werden. Diesen Service biete ich meinen Patienten selbstverständlich an. Der Preis für die Rücksendung ist in den Materialkosten bereits enthalten.

Was sonst noch zu beachten ist:

Je nach Konstitution des Patienten und ausgewählter Bissstelle kann es nach der Blutegelbehandlung zu einer etwas stärkeren Nachblutung kommen. Dies kann durchaus wünschenswert sein, und sollte keine Angst bereiten. Sie bekommen von mir Verbandsmaterial mit nach Hause. Wichtig ist, nach der Behandlung und auch am Folgetag (am besten zwei Tage) vor allem Ruhe einzuplanen. Der Kühlschrank zu Hause sollte gut gefüllt sein und keine weiteren Termine im Kalender stehen.

Am Tag der Blutegelbehandlung sollten Sie auf Duftstoffe (Parfüms, Cremes, etc.) verzichten. Blutegel mögen Körpergeruch! Denken Sie an weite unempfindliche Kleidung, denn um die Bissstellen kommt ein dicker wattierter Verband. Und überlegen Sie sich auch vorher, wie Sie nach Hause kommen! Sie können eine Begleitung mitbringen oder sich abholen lassen. Ich rufe Ihnen auch gerne ein Taxi!

Was Sie zum Vorgespräch mitbringen sollten:

Wenn möglich Blut-Labor-Werte (kleines Blutbild) sowie eine Liste der Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel die Sie zur Zeit einnehmen.

Wie oft muss die Blutegelbehandlung gemacht werden?

Das hängt von der Erkrankung ab. Manchmal ist nach einer Behandlung schon ein sehr guter Effekt spürbar. Aber manchmal müssen es eben auch zwei bis drei Behandlungen sein, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu bekommen. Manche Erkrankungen machen es erforderlich, daß man sich in jährlichen oder halbjährlichen Abständen wiedertrifft, wenn die Blutegeltherapie die Grunderkrankung (zum Beispiel eine Arthrose) nicht heilen kann und nach einer gewissen Zeit wieder eine Symptomverschlimmerung auftritt.

Gibt es Nebenwirkungen der Blutegeltherapie?

Oft kommt es zu Juckreiz an den Bissstellen, und es sollte keinesfall daran gekratzt werden. Sie können stattdessen die Bissstellen mit Retterspitz betupfen, oder mit Essigwasser oder Mückengel, oder einfach ein wenig kühlen.

Um die Bissstellen herum kann es zu Rötungen kommen, die auch etwas großflächiger sein können und sich manchmal auch warm anfühlen. Dann helfen Retterspitzwickel, Quarkumschläge und vor allem Schonung und Hochlagerung des betroffenen Körperteils. Manchmal bilden sich auch Hämatome, die sich aber schnell zurückbilden.

Die Bissstellen sind oft noch längere Zeit sichtbar.

Sehr selten kommt es vorübergehend zu geschwollenen Lymphknoten und leichter Temperaturerhöhung. Auch hier helfen Ruhe und kühlende Umschläge.

Keine Sorge: Nach einer Blutegelbehandlung bin ich auf jeden Fall für Sie erreichbar!

Kosten

Für das Vorgespräch berechne ich 40€ und für die Behandlung 60€.

Pro Egel berechne ich 8€, für das Verbandsmaterial eine Pauschale von 5€.

Kontakt

Anschrift

Praxis für Naturheilkunde
Simone Max v. Maxen
Nansenstraße 31 (Kreuzberg / Neukölln)
12047 Berlin

Telefon: 030 – 58 907 457
E-Mail:
info@heilpraktikerin-von-maxen.de

Öffnungszeiten

Mo., Di., Do., Fr. und Sa.

Termine nach Vereinbarung

Hausbesuch möglich