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Hormone

Allgemeines

Während sich das Verdauungssystem in seiner Funktionalität und seinem Arbeitsablauf noch relativ einfach erklären lässt, ist dies für das Hormonsystem in seiner Komplexität kaum möglich. Es gibt keinen Anfang, kein Ende und keine linearen Abläufe – stattdessen Regelkreise, die miteinander verzahnt sind wie ein vierdimensionales Uhrwerk. Selbst die zeitlichen Abläufe lassen sich nicht streng in eine Richtung bringen.

Als oberste Instanz der hormonellen Regulation spielen der Hypothalamus und die Hypophyse die wichtigste Rolle, da sie auf sämtliche hormonellen Prozesse Einfluss ausüben (aber selbstverständlich nicht unabhängig voneinander regieren). Die Leber an zweiter Stelle zu nennen, mag für viele überraschend sein, aber sie hat eine zentrale Aufgabe beim Um- und Abbau der Hormone. Alle anderen Organ-Hormon-Systeme lassen sich in ihrer schwerpunktmäßigen Funktion etwas einfacher zuordnen, wobei man sich nicht dazu verleiten lassen darf, diese getrennt voneinander zu betrachten.

Die meisten Hormonen werden über das Blut im Körper verteilt. Sie können nur dort ihre Wirkung entfalten, wo sie auf entsprechende Rezeptoren treffen. Man kann sich dies wie im Blut schwimmende, kleine Schlüssel vorstellen, die nur an ausgewählten Stellen im Körper ein Schloss öffnen können, um eine Reaktion auszulösen. Für manche Schlüsselarten gibt es nur ein Organ mit passenden Schlössern, aber für die meisten gibt es mehrere Zielorgane, und der gleiche Schlüssel vermag an dem einen Organ eine spezielle Reaktion auszulösen und im nächsten eine ganz andere.

Das älteste bekannte Hormon Adrenalin zum Beispiel bewirkt an kleinen Blutgefäßen eine Kontraktion, und gleichzeitig an zentralen und muskelversorgenden Blutgefäßen eine Erweiterung.

Die Menge bzw. die Konzentration der Substanzen, die nötig sind, um einen Effekt zu erzielen, liegen dabei in einem Bereich, den wir eher in der Wunderwelt der Homöopathie ansiedeln würden als sie mit klinisch relevanter (und nachweisbarer) Wirksamkeit in Verbindung zu bringen.

Interessant ist vor allem, dass viele Hormone auf ihrem Weg durch den Körper umgebaut und verändert werden und dabei sowohl die Ausgangsform als auch die Zwischen- und Endprodukte eigenständige Wirkungen entfalten.

Die Hormone Cortisol, Progesteron, Testosteron, DHEA und die Östrogene (Estron, Estriol, Estadiol) stammen alle von Cholesterin und Pregnenolon ab und befinden sich in einer Art Fließgleichgewicht. Greift man an einer Stelle in dieses System ein (zum Beispiel durch Medikamenteneinnahme) oder verändert der Körper selbst die Mengenverhältnisse der einzelnen Hormone (beispielsweise in der Schwangerschaft) so wirkt sich dies auf die gesamte Balance dieses Systems aus. Und so ist es auch erklärlich, dass sich die Substitution eines Hormons auf die Bereiche im Körper auswirken kann, die primär gar nicht durch dieses Hormon angesprochen werden.

Als zusätzliche Akteure im Hormonkarussell treten zunehmend Nahrungsbestandteile (Gluten, Fructose u.ä.) und das Mikrobiom, also die uns besiedelnden Mikroorganismen – vor allem die des Darms – in den Fokus der wissenschaftlichen Forschung.

Was tun, wenn die Hormone verrückt spielen?

Eine ganzheitliche Therapie wie die Naturheilkunde hat den Anspruch dieses interaktive Durcheinander zu respektieren, zu unterstützen und auf sanfte Weise in Balance zu bringen.

Die Phytotherapie bietet die Möglichkeit sehr sanft auf das Hormonsystem Einfluss zu nehmen, ohne dabei selbst Hormone zuzuführen – sei es durch die Aktivierung der hormonbildenden Drüsen, oder indem sie die Wirkung der vom Körper gebildeten Hormone moduliert. Sollte aber eine Hormonsubstitution notwendig sein, ist auch hier eine pflanzliche Begleittherapie sehr nützlich, um das gesamte Hormonsystem ins Gleichgewicht zu bringen.

Eine Ernährungsberatung ist in vielen Fällen von hormonellen Dysbalancen ebenfalls hilfreich. Dabei geht es nur in seltenen Fällen um eine radikale Änderung der Ernährungsgewohnheiten, sondern viel mehr um das Aufklären über unterstützende Nahrungsmittel und solchen, die eher kontraindiziert sind. Die Ausgewogenheit in der Zusammensetzung und der Zubereitung im Rahmen der persönlichen Präferenzen ist langfristig zielführender als ein extravagantes Ernährungsregime.

Zu bedenken gibt es außerdem, dass eine Vielzahl der modernen und weitverbreiteten Chemikalien hormonell wirksam sind. Einer der bekanntesten Vertreter, das Bisphenol A wurde mittlerweile etwas zurückgedrängt, aber viele, vor allem in Kosmetikprodukten gebräuchlichen Konservierungsstoffe (z.B. Parabene) und UV-Filter werden unvermindert eingesetzt. Sie gelten als endokrine Disruptoren und sollten von empfindlichen Personen so weit es geht gemieden werden. Durch die Haut aufgenommen, gelangen diese Stoffe – von der Leber ungefiltert – in den gesamten Körperkreislauf und können hormonähnliche Wirkungen entfalten.

Insbesondere für folgende Hormonsysteme bietet sich eine begleitende Therapie mit naturheilkundlichen Schwerpunkten an:

  • Schilddrüse
  • Bauchspeicheldrüse
  • Keimdrüsen

Wichtige Schlüsselfunktionen im gesamten Hormonhaushalt nehmen folgende Hormone ein:

Melatonin: ist nicht nur für den gesunden Schlaf wichtig! Aber ein Melatoninmangel macht sich vor allem durch schlechten Schlaf (Einschlaf- und Durchschlafstörungen) bemerkbar. Beeinflussen kann man die Synthese dieses Hormons, das vor allem in der Zirbeldrüse im Gehirn gebildet wird, durch einige wichtige Maßnahmen: Dunkler Schlafplatz: denn durch Licht wird die Melatoninproduktion gehemmt. Wer Probleme beim Einschlafen hat, sollte es vermeiden am Abend viel auf Bildschirme von Computer und Fernsehgerät zu schauen. Der hohe Blauanteil im Farbspektrum dieser Geräte fördert das Wachsein.

Von einigen Nahrungsmitteln ist bekannt, dass sie das Einschlafen erleichtern können und es gibt zahlreiche Pflanzen, die bei geschickter Auswahl und Kombination den Schlaf fördern.

Vitamin D: dieses Sonnenvitamin ist eigentlich ein Hormon. Es ist nicht nur für die Stabilität der Knochen wichtig, sondern an vielen Funktionen des Hormonsystems und der Immunabwehr beteiligt. Um Vitamin D bilden zu können, brauchen wir direktes, ungefiltertes Sonnenlicht (UV-B Strahlung). Wer sich hauptsächlich drinnen aufhält und wenig Sonne an seine Haut lässt, wird seinen VitaminD-Bedarf nicht mal im Sommer selbst produzieren können. Im Winter ist dies in unseren Breitengraden nahezu ausgeschlossen. Besonders Menschen mit dunkler Hautfarbe haben es deswegen hier schwer, ihren Vitamin D-Bedarf selbst zu decken. Da das Vitamin D nur 4 Wochen lang im Körper gespeichert werden kann, ist es auch leider nicht möglich, dass wir es im Sommer für den Winter vorproduzieren. Wer aber häufig Seefisch isst, kann seinen Vitamin D-Bedarf trotzdem decken, und auch Milch und das Fleisch von Weide- und Wildtieren enthält Vitamin D. Vor allem im Winter sind aber zusätzliche Vitamin D-Gaben sinnvoll. Für die Verfügbarkeit des Hormons ist, wie für die meisten Hormone, eine gesunde Leber wichtig.

An die Möglichkeit eines Vitamin D-Mangels sollten sie vor allem bei Winterdepression und erhöhter Infektanfälligkeit denken.

Histamin: dies ist ein Gewebehormon, das ebenfalls an vielen Stellen wirksam ist. Hervorzuheben ist seine immunologische Funktion: es ist an der Abwehr körperfremder Stoffe beteiligt, indem es Entzündungsreaktionen fördert. Aber auch bei der Verdauung und bei der Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus‘ ist Histamin beteiligt.

 

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